Persönlichkeit messen: Alle wissenschaftlichen Details
01 – die wissenschaftliche Grundlage
Arbeits- und Verhaltensstil
HEXACO
Das HEXACO-Modell von Lee und Ashton ist eine lexikalisch und faktoranalytisch entwickelte Taxonomie grundlegender Persönlichkeitsmerkmale, kein Typentest. Breite Dimensionen fassen stabile Muster des Erlebens und Verhaltens zusammen und werden durch je vier Facetten differenziert. Traitwise ist an fünf dieser Dimensionen orientiert: Emotionalität, Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit für Erfahrungen. Die Hierarchie ist wichtig: Zwei Personen können auf einer Dimension ähnlich wirken und durch unterschiedliche Facetten zu deutlich verschiedenen Verhaltensprofilen kommen.
Lee, K. & Ashton, M. C. (2018): Psychometric properties of the HEXACO-100. Assessment, 25(5), 543–556.
GrundlagenpublikationTestdesign
| Framework | An HEXACO orientiert: fünf Dimensionen, 20 FacettenDimensionen und Facetten im Bericht: Emotionalität, Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Offenheit für Erfahrungen, je vier Facetten. Mit der Kontrollüberzeugung sechs Persönlichkeitsdimensionen. |
|---|---|
| Aussagen | 83 |
| Dauer | ca. 10 Minuten |
| Zeitlimit | Nein |
| Antwortformat | Likert-Skala (1–5) |
Messqualität
| Auswertung | Perzentil, je Dimension und Facette |
|---|---|
| Referenzgruppe (Normstichprobe) | 9.460 PersonenErwerbsbevölkerung und Teilnehmende realer Auswahlverfahren, Deutschland und international; die Referenzgruppe wächst laufend. Eine gemeinsame Norm für die deutsche und die englische Fassung. |
| Kriteriumsvalidität | r = .19 (Gewissenhaftigkeit)Sackett et al. (2022). |
| Reliabilität | Cronbachs Alpha = 0,80 bis 0,85 |
| Modellpassung | RMSEA = 0,04 · CFI = 0,94Die Faktorenstruktur bildet die Daten gut ab. |
Kontrollüberzeugung
Locus of Control
Der von Julian Rotter geprägte Locus of Control beschreibt generalisierte Erwartungen darüber, wodurch Ergebnisse zustande kommen: eher durch eigenes Verhalten und eigene Entscheidungen oder eher durch äußere Umstände, Zufall und andere Akteure. Das Konstrukt ist weder ein Typenlabel noch gleichbedeutend mit Selbstvertrauen. Es ergänzt das Persönlichkeitsbild um die Frage, wie stark sich eine Person als wirksamer Einflussfaktor erlebt. Traitwise erfasst es in Anlehnung an die Spheres-of-Control-Skalen von Paulhus und Van Selst und wertet es wie die übrigen Persönlichkeitsdimensionen als Perzentil aus.
Rotter, J. B. (1966): Generalized expectancies for internal versus external control of reinforcement. Psychological Monographs, 80(1), 1–28.
GrundlagenpublikationPaulhus, D. L. & Van Selst, M. (1990): The Spheres of Control Scale: 10 years of research. Personality and Individual Differences, 11(10), 1029–1036.
SkalenpublikationTestdesign
| Framework | Locus of Control |
|---|---|
| Aussagen | 10 |
| Dauer | ca. 1 Minute |
| Zeitlimit | Nein |
| Antwortformat | Likert-Skala (1–5) |
Messqualität
| Auswertung | PerzentilWie die übrigen Persönlichkeitsdimensionen: Einordnung im Vergleich zur Referenzgruppe. |
|---|---|
| Kriteriumsvalidität | r = .22Judge & Bono (2001), Meta-Analyse. |
| Reliabilität | Cronbachs Alpha = 0,80 |
| Konstruktvalidität | r = .36 bis .44 (konvergent) |
Quellen: Traitwise Assessment Framework; Judge & Bono (2001).
02 – Praxisbeispiel
Auszüge aus dem realen Assessment
Für Offenheit, Verträglichkeit, Extraversion und Emotionalität gibt es kein „hoch ist besser“. Was zur Rolle passt, entscheidet das Anforderungsprofil.
