Kognitive Leistungsfähigkeit messen: Alle wissenschaftlichen Details
01 – die wissenschaftliche Grundlage
CHC-Modell
Das Cattell-Horn-Carroll-Modell verbindet die Gf-Gc-Tradition von Cattell und Horn mit Carrolls Three-Stratum-Modell zu einer gemeinsamen Taxonomie kognitiver Fähigkeiten. Es ordnet kognitive Leistung hierarchisch, von einer allgemeinen Fähigkeit über breitere Bereiche wie fluide Schlussfolgerung, erworbenes Wissen, quantitative Fähigkeiten oder visuelle Verarbeitung bis zu spezifischen Teilfähigkeiten. Für die Eignungsdiagnostik zählt diese Struktur, weil kognitive Leistung dadurch nicht als unspezifisches Intelligenzlabel behandelt wird, sondern einem konsistenten Fähigkeitsmodell zugeordnet und differenziert interpretiert werden kann.
McGrew, K. S. (2009): CHC theory and the human cognitive abilities project. Intelligence, 37(1), 1–10.
GrundlagenpublikationTestdesign
| Framework | CHC-Modell der Intelligenz |
|---|---|
| Aufgaben | 42 |
| Dauer | ca. 18 Minuten |
| Zeitlimit | Ja, 60 Sekunden pro Aufgabe |
| Aufgabentyp | Genau eine korrekte Antwort |
| Antwortformat | Multiple Choice |
Messqualität
| Auswertung | PerzentilPerzentil 75: besser als 75 Prozent der Traitwise-Referenzgruppe. |
|---|---|
| Referenzgruppe (Normstichprobe) | 8.222 PersonenErwerbsbevölkerung und Teilnehmende realer Auswahlverfahren, Deutschland und international; die Referenzgruppe wächst laufend. Eine gemeinsame Norm für die deutsche und die englische Fassung. |
| Kriteriumsvalidität | r = .31Zusammenhang mit späterer Leistung, Sackett et al. (2022). |
| Reliabilität | Cronbachs Alpha = 0,93Sehr hohe interne Konsistenz. |
| Validität | g-Faktor ≥ 70 % der TestvarianzDer Test misst überwiegend allgemeine Problemlösefähigkeit. |
| Objektivität | Standardisierte Durchführung, automatische Auswertung |
Quellen: Traitwise Assessment Framework; Sackett et al. (2022).
02 – Praxisbeispiel
Auszüge aus dem realen Assessment
Logische Zusammenhänge erkennen, kombinieren und ausschließen. Hier geht es nicht um Fachwissen. Die Aufgabe zeigt, wie sicher jemand Informationen miteinander verknüpft und daraus zwingende Schlussfolgerungen ableitet.
